Friedrich Schmidt, gelernter Schlosser, trat 1924 als Polizeianwärter der Schutzpolizei bei. In einem handschriflichen Lebenslauf, die er seiner Bewerbung zur SS beilegte, schreibt er dazu:

„Am 23.04.24 trat ich als Polizeianwärter bei der Schutz-Polizei ein. Nach einjähriger Ausbildung auf der Polizeischule in Hann-Münden, wurde ich zur Schutzpolizei [...] versetzt. Nach zwölfjähriger Pflichtdienstzeit wurde ich am 23.4.36 [...]  aus der Schutzpolizei entlassen. Seit dem 15.6.36 gehöre ich der Geheimen-Staats-Polizei, Staatspolizeistelle Trier, an und versehe z. Zt. bei dem Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und der SS in Luxemburg Dienst und bekleide den Dienstgrad eines Kriminal-Sekretärs.” 1 

Vom 17. Oktober 2015 bis 8. Mai 2016 findet im Musée national de la Résistance in Esch-sur-Alzette in Luxemburg eine von uns initiierte Ausstellung zur Gestapo in Luxemburg statt: Gestapo-Terror in Luxemburg - Verwaltung, Überwachung, Unterdrückung.

Die Ausstellung zeigt, wie der Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparat der Nazis in Luxemburg funktionierte. Sie beleuchtet den Aufbau, das Wirken, die Verbrechen, die Beamten, die Helfer - darunter auch Luxemburger Kollaborateure - ebenso wie die Opfergruppen. Einzelbiographien auf Täter- und Opferseite lassen die damaligen Ereignisse greifbar werden.

Anhand von Schautafeln, Ausstellungsobjekten, Dokumenten und einer Installation werden so Wirken und Wesen der „Geheimen Staatspolizei" dem Publikum erläutert.

Eröffnung/Vernissage: Samstag, 17. Oktober 2015 um 11 Uhr

Flyer: Gestapo-Ausstellung.pdf  (deutsch, français - 1,5 MB)

Am 17. Oktober 2015 wurde im Musée national de la Résistance in Esch-sur-Alzette die Ausstellung "Gestapo-Terror in Luxemburg" eröffnet.
Die Vernissage wurde von etwa 170 Menschen besucht: Ein überwältigendes Interesse, über das wir uns sehr gefreut haben.

Die Eröffnung der Ausstellung war für uns ein sehr bewegender Moment.
Seit unserem ersten Besuch im Museum sind mehr als zwei Jahre vergangen: Zwei Jahre, in denen wir regelmäßig in Luxemburg waren, um die Ausstellung vorzubereiten, zwei Jahre, in denen unser Ausstellungs-Team viel geleistet hat.

Die Ausstellungseröffnung hat uns natürlich auch persönlich sehr bewegt, da sie am Ende einer familiengeschichtlichen Recherche stand, die nicht immer einfach war:
Katrins Großonkel, der als Mitglied der Gestapo in Luxemburg für Verhöre, Folterungen, Deportationen und Morde verantwortlich war, wird in der Ausstellung exemplarisch als Täter dargestellt.

Einige Impressionen der Ausstellung:

Der Katalog zur Ausstellung „Gestapo-Terror in Luxemburg” ist online bestellbar beim Verlag Op der Lay (ISBN 978-2-87967-209-0). Man findet ihn auf der hier verlinkten Bestellseite des Verlags ziemlich weit unten. Leider funktioniert die Suchfunktion des Onlineshops nicht.

Das Bestellsystem des Shops ist in Luxemburgischer Sprache: „An de Weenchen” heißt „In den Warenkorb”. Klickt man danach auf der schwarzen Leiste am oben Fensterrand auf „An de Weenchen kucken” (Warenkorb anzeigen), klappt der Warenkorb auf. Dort gelangt man mit „weider bei d'Kees” (weiter zur Kasse) direkt zu PayPal, wo man mit einem bereits vorhandenen PayPal-Konto bezahlen oder dafür ein neues PayPal-Konto anlegen kann.

Eine Kurzbeschreibung des Katalogs findet sich auf der Internetseite des Verlags.